, Binningen

Mishō-ryū Workshop mit Noda Yaeno (Sep. 2017)

Noda-sensei, Meisterin der Mishō-ryū (未生流), kam aus Osaka zu Besuch. Dieses Jahr bot sie einen Workshop mit dem Thema Heïka und Floating Flowers an.

Noda Yaeno, Meisterin der Mishō-ryū (未生流), wohnt im Grossraum Osaka und hat bei ihrer diesjährigen Europatour Halt in Binningen für einen Workshop gemacht, den das I.I. Basel Chapter und das Misho Chapter Sissach gemeinsam organisiert haben. Noda-sensei hat in den vergangenen 25 Jahren an diversen Kongressen in Europa ausgestellt und Workshops abgehalten. Der Workshop fand im Margarethenstübli der Röm.- Kath. Kirchgemeinde Binningen statt. 

Sie gab einen kurzen Einblick zur Geschichte der Mishō-ryū. Der Beginn der Schule ist auf Ende des 18. Jahrhunderts zurückzuführen. Mishosai Ippo, ursprünglich aus Tokyo, ging auf Reisen und hatte Erleuchtung vom Konfuzianismus und Zen durch Ikebana gefunden. Nach seiner Rückkehr hatte er die Mishō-ryū im Bezirk Saito in Naniwa im heutigen Osaka gegründet. 

Mit 17 Teilnehmerinnen der Mishō-ryū wurde der Workshop rege besucht. Wir freuten uns über zwei Mitglieder anderer Schulen und zwei Gäste. Die Materialbeschaffung war schwierig, da statt der bestellten frischen 70 Stiele Hartriegel aus Versehen nur blätterlose Stängel geliefert worden sind. Die Dame vom Grosshandel half Ursina beim Schneiden der Äste von den Hecken hinter der Blumenbörse.

Jeder Teilnehmer fand an seinem Platz die Vorlage für das Heïka. Man konnte die fünf Formen und die Unterschiede gut erkennen. Frau Noda zeigte bei ihrer Demonstration, wie man die Zweige auf traditioneller Art fixiert. Dafür wird ein Zweigstück in die Vase eingespannt. Man beginnt mit dem Tai Ast (2x Höhe und 1x Durchmesser plus das Stück, welches in der Vase verschwindet.) Die Zweige werden nach Bedarf gebogen. Mit einem Kabelbinder wird der Ast gut befestigt. Er darf den Rand des Gefässes nicht berühren. Yo wird nach Vorlage befestigt. Alle Zweige werden schräg angeschnitten, dass sie an der Vasenwand gut anstehen. Über dem Vasenrand sind die Zweige gesäubert. Mit Schnur oder Draht dürfen die Zweige fixiert werden, da sich die Äste gerade bei Anfängern gerne drehen. Mit drei Enziane wurde das Fuku (1/2 von Tai) das Taimae und das Yoemae gebildet. Zwei Alpendoste dienten als Füller. Sollte eine Blume brechen, zeigte uns Noda-senei, wie man mit einem Draht und Floristenband die Bruchstelle fixierte.

Nach einer kurzen Pause mit einem feinen Imbiss ging es motiviert weiter. Das zweite Arrangement war ein Gesteck im modernen Stil, ein sogenanntes Floating Flower auf Englisch. Man kann dafür eine Glasvase oder ein Acrylgefäss verwenden. Im Acrylgefäss wirkt die Vergrösserung intensiver und klarer als im Glas. Auch hier hatte uns Noda-sensei ein schönes Beispiel vorbereitet und ermunterte alle eine Idee zu haben und dann einfach anzufangen. Alle hatteen das gleiche Material: 1 Aspidistra-Blatt, 1 kleines Philodendron-Blatt und roten Chilischoten. Mit Seidenfäden und kleinen Bleikügelchen versuchten die Teilnehmerinnen in grosser Konzentration, gegen den Auftrieb des Wassers zu kämpfen und die Schoten am gewünschten Platz schweben zu lassen.

Die Ergebnisse waren wunderschön und wie ihre Teilnehmerinnen war jedes etwas Besonderes. Schlussendlich wurden die Objekte begutachtet und Noda-sensei wünschte sich von jeder Teilnehmerin einen Kommentar zu ihren Floating Flowers Arrangement. 

Es war ein wunderschöner Anlass und mit zwei Arbeiten ging jede Teilnehmerin um Erfahrung reicher nach Hause. Danke Noda-sensei und dem Organisationsteam, Ankica für die Organisation der feinen Zwischenverpflegung, die Basler Apfelwähe und Monika für den feinen Schokoladenkuchen. 🙏